Wie wirkt Gruppentherapie?

Eine Gruppe bietet Ihnen Erfahrungen, die in der Einzeltherapie so nicht möglich sind. Dass Gruppentherapie wirkt, ist wissenschaftlich gut belegt – sie gilt als wirksame und nachhaltige Methode.

Was in einer Gruppe heilsam ist, lässt sich gut in vier Punkten zusammenfassen:

  • Sie erleben andere Menschen mit ähnlichen Themen – und können dadurch auch sich selbst einmal von außen betrachten.
  • Sie können aussprechen, was Sie belastet, und erleben echte, ehrliche Reaktionen der anderen.
  • Sie machen die Erfahrung, getragen und verstanden zu werden – oft anders, als Sie es bisher kannten.
  • Sie können im sicheren Rahmen Neues ausprobieren: andere Worte, andere Reaktionen, ein anderes Miteinander.

Interaktionelle Gruppentherapie

Hier geht es um das Miteinander: um Rollen, um Nähe und Distanz, um wiederkehrende Schwierigkeiten in Beziehungen. Eine Gruppe wird mit der Zeit fast zu einem kleinen Abbild Ihres Alltags – und genau deshalb tauchen hier die typischen Muster auf, die Sie sonst draußen erleben. Der Vorteil: Hier können wir sie gemeinsam anschauen, im Hier und Jetzt, und Schritt für Schritt verändern. Wie ein Spiegel, der ehrlich ist, aber nicht verletzt.

Mentalisierungsbasierte Gruppentherapie (MBT-G)

„Mentalisieren“ bedeutet: verstehen, was in einem selbst und in anderen vorgeht – welche Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse hinter einem Verhalten stecken. In einer kleinen Gruppe von sechs bis acht Menschen üben wir genau das, mit einer neugierigen, offenen Haltung.

Das hilft besonders, wenn Gefühle schnell überwältigend werden, wenn Beziehungen immer wieder schwierig sind oder wenn man eher impulsiv handelt, als man möchte. Die Ziele:

  • besser verstehen, was in Ihnen und anderen vorgeht
  • mit starken Gefühlen besser umgehen
  • sich anderen leichter öffnen

In dieser Gruppe bin ich als Therapeutin aktiver und gebe mehr Struktur als sonst – ich achte darauf, dass das Tempo für alle stimmt. Ursprünglich wurde diese Methode für Menschen mit Persönlichkeitsstörungen entwickelt. Heute wissen wir: Sie eignet sich auch sehr gut für neurodivergente Menschen – etwa bei Autismus oder AuDHS (Autismus und ADHS zusammen).

Gruppenanalyse (psychodynamische Gruppentherapie)

Diese Form versteht die Gruppe als eine Art „kleine Welt“, in der sich vieles widerspiegelt, was uns sonst unbewusst bleibt. Ähnlich wie in der Psychoanalyse sprechen die Teilnehmenden frei aus, was sie gerade bewegt.

Dabei zeigt sich Erstaunliches: Manchmal erkennt man eigene Anteile im Verhalten anderer. Manchmal erinnert einen jemand unbewusst an eine wichtige Person aus der eigenen Vergangenheit – und man reagiert, als wäre man wieder in der alten Beziehung. Genau diese Momente sind wertvoll. Denn was sichtbar wird, kann verstanden und verändert werden – in einer Atmosphäre, in der nicht bewertet, sondern verstanden wird.